Immer wieder kommt es in der deutschen Wikipedia zu Löschungen von mitunter guten Artikeln. Dieser Artikel spiegelt dies auf eine leicht groteske Art und Weise wider.
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Passierschein A 38 ist ein geflügeltes Wort, das die Komplexität der Vorgänge in einer modernen Bürokratie und insbesondere die daraus resultierende Menge an mehr oder weniger überflüssigen Formularen versinnbildlicht.
Herkunft
Der Passierschein A 38 (frz.: le laissez-passer A-38) wurde für den Zeichentrickfilm Asterix erobert Rom (1975) erdacht. Die Erlangung des Passierscheins A 38 ist eine für normalsterbliche Menschen unlösbare Aufgabe, die Caesar den Galliern aufträgt, um zu beweisen, dass diese keine Götter seien.
Der Passierschein A 38 ist im Haus, das Verrückte macht, abzuholen. Die Vorgänge in diesem Gebäude halten der Bürokratie als solcher einen Spiegel vor. Während des Spießrutenlaufs von Asterix und Obelix stellt sich heraus, dass es offenbar noch nie einem Menschen gelungen ist, den Passierschein A 38, der an sich überhaupt keine Bedeutung besitzt, zu erlangen. Dies wird erreicht, indem die bürokratischen Abläufe zu einer Rekursion führen, also an jedem Schalter ein anderes Formular verlangt wird, das wiederum an einem anderen Schalter zu beschaffen und wieder an einem anderen Schalter zu stempeln ist, bis die Suche am ersten Schalter von neuem beginnt und von dort mit anderen Begründungen wiederum durch das gesamte Gebäude führt.
Passierschein A 39
Dieser Passierschein existiert tatsächlich niemals. Er ist eine Erfindung von Asterix, mit der er das bürokratische Gleichgewicht im Haus, das Verrückte macht, aushebelte. Kurz bevor Obelix den Verstand verliert, fällt Asterix auf, dass sich das Problem mit der Erlangung des Passierscheins A 38 nur durch eine List lösen lässt, die es ermöglicht, die gesamte bürokratische Energie im fraglichen Verwaltungsgebäude zurück auf die Bürokraten selbst zu werfen.
So beginnt er den bürokratischen Spießrutenlauf von vorn, verlangt nun aber den Passierschein A 39 („…wie er im neuen Rundschreiben B 65 festgelegt ist“). Über diesen Passierschein liegen den Bürokraten aber keinerlei Abläufe vor, so dass sich das gesamte Gleichgewicht zwischen den Abteilungen auflöst und die Verwaltungsangestellten selbst in einer Kettenreaktion (mit dem typischen Satz der Beamten: „Ich komm gleich mal mit.“) verrückt werden. Zu guter Letzt erhält Asterix den Passierschein A 38 vom Amtsvorsteher (Präfekt), kurz bevor dieser ebenfalls verrückt wird.
Bedeutung
Es gibt mehrere Aspekte, die mit der Geschichte vom Passierschein A 38 vorgeführt werden:
- die Überflüssigkeit vieler amtlicher Formulare,
- das Ausmaß, in dem sich Bürokraten darüber keine Gedanken machen,
- der Abstand zwischen einfachen Menschen und einem ausgewachsenen Verwaltungsapparat,
- die Brutalität, die durch scheinbar harmlose Vorgänge entstehen kann,
- die Gesetzmäßigkeit, nach der Bürokratien immer wachsen, auch wenn sie nichts zu tun haben (Parkinsonsches Gesetz) und
- die Intensität der Macht, die völlig überflüssige Verwaltungsstrukturen entfalten können.

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